Alles zu Ihrer Blase

Die Blase ist wie ein Herz im Unterleib. Als sensibler Hohlmuskel speichert sie den Urin und ermöglicht eine druckvolle Entleerung – wie das Herz. Dabei ist die Blase zwar langsamer als das Herz, aber dafür können wir sie kontrollieren und regulieren – wenn sie gesund ist. 

Denn die Blase kann nicht nur an Krebs erkranken, gerade Störungen bei der Speicherung und Entleerung von Urin sind wahre Volkskrankheiten. Deshalb: je mehr Sie als Betroffene über die Harnblase wissen, desto mehr können Sie eigeninitiativ handeln und die richtigen Fragen zur Therapie stellen. Das wird immer wichtiger!

Anatomie
  • Die Blase ist ein Hohlorgan, dessen turbanförmiger Muskel sie leer presst.
  • Das Fassungsvermögen sollte beim Erwachsenen ungefähr einen ½ Liter betragen.
  • In die Harnblase münden die beiden Harnleiter, die den Urin aktiv von den Nieren zur Blase pumpen. Deshalb würde sich sich auch beim stundenlangen Kopfstand oder im Weltraum füllen.
  • Am Ausgang der Blase liegt die Harnröhre, durch die der Urin nach außen ausgedrückt wird.
  • Als sensible Regulatoren der Blasenaktivität wirken der „Fluchtnerv“ Sympathikus bremsend und der „Erholungsnerv“ Parasympathikus aktivierend auf die Blase.
Funktion
  • Die Blase des Menschen ist ein reines Speicherorgan, dass den Urin sammelt, der in den Nieren gebildet wurde.
  • Manche Tiere wie Bären entnehmen während des Winterschlafs dem Urin wieder Flüssigkeit, um nicht zu verdursten. Sonst müssten sie trinken.
  • Nicht so beim Menschen! Die innere Schleimhaut ist ähnlich einer Gore-Tex-Membran, durch die nichts wieder aufgenommen wird. Alle in der Niere eliminierten Abfall-  und Giftstoffe und Wasseranteile werden ohne Rückaufnahme aus der Blase ausgeschieden.
Beschwerden
  • Eine Volkskrankheit bei der Frau sind akute und wiederkehrende Blasenentzündungen.
  • Die überaktive Drangblase führt bei Mann und Frau zu einem blitzartigen „Müssen müssen“.
  • Schmerzlose Blutungen sind ein Frühsymptom des häufigen Schleimhautkrebs der Harnblase.
  • Inkontinenz ist das Unvermögen, den Urin halten zu können. Gerade Frauen bezahlen mit der Geburtsanatomie ihres Beckens mit dehnbaren Bandstrukturen oft den Preis einer späteren Belastungsinkontinenz.
  • Wenn man nachts dauernd aufstehen muss, weil sich die Blase meldet. Das kann zu viel Urinausscheidung sein, ist oft aber auch eine zu klein gewordene Blase.
  • Unklare Schmerzen

Blase gut... alles gut!

Das Buch ist Ihr Navigator für das Herz im Unterleib und unterstützt Sie dabei:

  • Blasenerkrankungen zu überwinden oder in den Griff zu bekommen
  • Signale der Harnblase wahrzunehmen und zu verstehen
  • Sich fundiertes Wissen über die Blase und das Organsystem anzueignen.
  • Sich endlich umfassend über Bewiesenes und Unbewiesenes bei der Therapie von Blasenbeschwerden zu informieren. Das reicht von der pflanzlichen Therapie über Akupunktur bis hin zu Bakteriophagen und verschiedenen Reizstromverfahren.
  • Zu verstehen, warum auch die Blase wie bei einem „Pilates für die Blase“ trainiert werden muss, um auch im Alter fit zu bleiben
  • Beim Arztbesuch die richtigen Fragen zu stellen und ergänzende/vernachlässigte Schritte anzuregen
  • Stressfreier durch den Alltag zu kommen mit mehr Kontrolle über die Blase
Beschreibung

Der „Blasendoktor“ Prof. Dr. Stephan Roth bietet in diesem ausführlichen und unterhaltsam geschriebenen Ratgeber Unterstützung bei allen Fragen rund um die Blase.

 

Mit vielen illustrierenden Zeichnungen und Graphiken vermittelt der Urologe Stephan Roth sein jahrzehntelang erworbenes Wissen über die Blase hochaktuell, aber dennoch sehr verständlich und unverkrampft. Pauschale Allgemeinplätze vom „heilenden Nierentee“ werden Sie hier nicht finden – es sei denn, es gibt seriöse Hinweise.

 

Ob wiederkehrende Blasenentzündungen, ständiger Harndrang, unfreiwilliger Urinverlust oder Blasenkrebs: in diesem Ratgeber finden Sie auf alle viele Ihrer Fragen eine Antwort.

Inhaltsverzeichnis
  1. Kleine Kulturgeschichte der Harnblase
    Wie Harnschauen, Urinbatterien und Pinkelplatten unsere Welt geprägt haben

  2. Die Blase, das Herz im Unterleib
    Was macht das unterschätzte Kraftpaket aus?

  3. Die überaktive Blase
    Wenn Blitzpinkeln das Leben beherrscht
    1. Die 9 Ursachen der überaktiven Blase
    2. Wie findet man die Ursache heraus
    3. 7 Schritte zur Besserung der Drangblase
    4. Blasentraining oder Blasen-Pilates
    5. Training des Beckenbodens
    6. Blasenberuhigende Medikamente
    7. Elektrische Reiztherapie
    8. Botox in die Blasenwand
    9. Elektrischer Schrittmacher für die Blase
    10. Operative Vergrößerung der Blase
  1. Blasenentzündung 1:
    Beschwerden und Diagnosen
    1. Symptome der Blasenentzündung
    2. Risikofaktoren von Verhütung bis zum Alter (Menopause)
    3. Welche Urindiagnostik ist wann notwendig?
  1. Blasenentzündung 2:
    Therapien und Selbsttherapien
    1. Hilft Viel Trinken wirklich?
    2. Die Bedeutung von Hygiene, Sexualität, Unterkühlung und Blasenentleerung
    3. Die Scheide: Östrogenmangel, Milchsäure und Laktobazillen
    4. Heilung ohne Antibiotika?
    5. Wann welche Antibiotika?
    6. Antibiotika nach dem Sex und als Selbsttherapie
    7. Möglichkeiten der Impfung
    8. Rolle von Cranberrys und Mannose
    9. Ersatz der GAG-Schutzschicht der Blase
    10. Ansäuern des Urins: Hilfreich?
  1. Blasenentzündung 3:
    Bewiesenes und Unbewiesenes
    1. Methenamin – ein Desinfektionsmittels als neuer Star
    2. Antibiotika direkt in die Blase
    3. Vitamin D als Schutzfaktor
    4. Bakteriophagen: Neue Wunderwaffe?
    5. Rolle der Probiotika
    6. Welche Pflanzen helfen wirklich?
    7. Tausendgüldenkraut & Co
    8. Senföle und Isothiocyanate
    9. Bärentraubenblätter
    10. Andere Flavonoide (Quercetin, Goldrutenkraut, Ackerschachtelhalm)
    11. Echinacea
    12. Knoblauch
    13. Berberine
    14. Forskolin und Chitosan
    15. Aromatherapie & essentielle Öle
  1. Roter Urin
    Nicht immer gefährlich, doch immer ein Grund zur Vorsicht
  1. Das >>Rheuma der Blase<<: Interstitielle Zystitis
    Wenn die Blase weint

  2. Die undichte Blase
    Urinverlust beim Springen oder Husten

Einblicke von den Kunden

Die Prostata und der Einfluss auf die Blase

Männer verfügen (neben dem Penis) über eine weitere anatomische Besonderheit: die Prostata. Sie liegt direkt unter der Harnblase und umschließt die Harnröhre im oberen Teil ringförmig. Aber warum liegt die Prostata genau da? Weil damit die Chance besteht, mit der Erektion die wertvollen Spermien bei der Ejakulation zielgenau am Muttermund zu platzieren.

Ein entscheidender Vorteil in der Evolution, nichts vom wertvollen Sperma zu verschenken. Was die Natur damals aber nicht bedacht hat: Wenn der Mann älter wird, ist die Prostata als Organ der Fortpflanzung (meist) überflüssig – was übrigens nichts mit der Erektionsfähigkeit und Sexualität zu tun hat. Aber oft wird die Prostata im Alter größer, behindert die Blasenentleerung und kann dann zum Problem werden. Oder sie entartet bösartig und löst die häufigste Krebserkrankung des Mannes aus.

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