Blasenkrebs: Berühmte Opfer der Erkrankung

Unser Wunschgedanke ist immer, dass jede bösartige Tumorerkrankung weit von uns weg auftritt. Hören wir eine Todesnachricht im Fernsehen, ist uns die Mitteilung „Ist im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen“ am liebsten.

Öfter hören oder lesen wir „Ist nach langer schwerer Krankheit von uns gegangen“. Dann ahnen wir, dass es vermutlich eine bösartige Erkrankung war, erst recht, wenn anstelle von Blumenspenden zu Gunsten einer Spende für ein Hospiz gebeten wird.

Viel seltener wird aber öffentlich bekannt, an welchem Krebsleiden Jemand gestorben ist. Auch beim Blasenkrebs ist vieles anonym – aber einige Betroffene wollten es öffentlich machen.

Der berühmte Schauspieler Jack Lemmon

Jack Lemmon, der vor seiner Schauspieler Karriere ein Studium an der berühmten Harvard-Universität beendete,  gewann 3 x den Oscar und bildete mit dem Schauspieler Walter Matthau in zahlreichen amerikanischen Komödien ein berühmtes Duo. Er starb 2001 mit 76 Jahren in Los Angeles an Blasenkrebs. Berühmt wurde er mit dem Film „Manche mögen’s heiß“ aus dem Jahre 1959, in der auch Marilyn Monroe mitspielte. Legendär auch sein Film „Das Mädchen Irma La Douce“, in dem er den ehrlich Liebenden einer Prostituierten, von Shirley MacLaine gespielt, darstellt. 

In einer Würdigung hieß es, man würde sich an ihn wegen seiner besten Qualitäten erinnern: der Intelligenz, der Süße, der Verletzlichkeit des demokratischen Geistes.“

Telly Savalas – bekannt als Kommissar Kojak mit dem Lolli

Der berühmteste Glatzkopf der damaligen Zeit war der amerikanische Schauspieler griechischer Abstammung, „Aristotelis „Telly“ Savalas. Weltweit bekannt wurde er durch die Serie „Kojak – Einsatz in Manhattan“, deren 118 Folgen von 1973 bis 1978 gesendet wurden.

Zum Film kam er durch einen Zufall. Als Sohn griechischer Einwanderer hatte er einen leichten Akzent. Er arbeitete im Informationsdienst des US-Außenministeriums. Als für ein TV-Spiel im Jahre 1959 wird ein Richter mit ausländischem Akzent gesucht wird, beginnt seine Karriere.

Sein Markenzeichen war später nicht nur die Vollglatze, sondern auch der Lutscher (Lolli), den er in vielen Filmsequenzen in seiner Paraderolle als Kommissar Kojak im Mund hatte. Dazu war es gekommen, weil gesundheitsbewusste Zuschauer gegen sein Rauchen protestiert hatten. Als dann auf dem US-Markt dann der Dauerlutscher-Absatz um 500 % stieg, warnten die Zahnärzte vor der Kariesgefahr.

Telly Savalas, der 6 Kinder mit 4 verschiedenen Ehefrauen hatte, starb einen Tag nach seinem 72. Geburtstag in Los Angeles. Viele Quellen nennen als Todesursache seinen Blasenkrebs – laut Wikipedia hatte er zwar auch einen Blasenkrebs, sei aber an seinem Prostatakarzinom verstorben.

Mareike Carrière mit 59 Jahren an Blasenkrebs verstorben

Mareike Ann Carrière war eine Schauspielerin, die auch international als Schauspielerin sehr bekannt war. Sie lebte lange in Paris, kehrte aber 1981 nach Deutschland zurück. Sie war im deutschen Fernsehen in der Serie „Großstadtrevier“ als erste Streifenpolizistin vor der Kamera.

Sie starb jung im Alter von 59 Jahren nach zweijähriger Erkrankung an den Folgen ihres Blasenkrebs.

Wiebke Ledebrink – ein ungewöhnlich früher Tod

Es muss ein ungewöhnlich aggressiver Typ des Blasenkrebs gewesen sein, denn mit 45 Jahren an diesem Tumor zu versterben, ist sehr ungewöhnlich.

Wiebke Ledebrink war eine bekannte Moderatorin bei Sat.1  in Norddeutschland. Sie war allem für ihre „Landreporter“- Einsätze bei den Zuschauern beliebt. 

Auch Frank Sinatra hatte Blasenkrebs
 
Er ist eine Legende. Er galt lange Zeit als einer der einflussreichsten Künstler in Las Vegas und wurde wegen seiner charakteristischen Stimme auch als „The voice“ bezeichnet. Seine Lieder „Stranges in the Night“, „My Way“ und vor allem „New York, New York“ bescherten dem Sänger Weltruhm. Seine Alben wurden mehr als 150 Millionen Mal verkauft. 
 
Er starb im Alter von 83 Jahren an Herzversagen, aber er hatte auch ein Blasenkarzinom, von dem er jedoch geheilt werden konnte.
 
Der amerikanische Vize-Präsident Hubert Humphrey 
Hubert Humphrey war von 1965-1969 unter Lyndon B. Johnson der 38. Vizepräsident der Vereinigten Staaten. Er war Apotheker und leitete einige Jahre seine eigene Apotheke. Später studierte er noch Politikwissenschaften und wurde demokratischer Senator. Er kandidierte 1960 als innerparteilicher Kandidat für das Amt der Präsidenten, wurde aber in den internen Vorwahlen von John F. Kennedy geschlagen.
 
Nach der Präsidentschaftswahl 1964 wurde er Vizepräsident der USA und dann nach der Ermordung von Robert F. Kennedy 1968 zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten nominiert. Er unterlag aber in einem knappen Kopf-an-Kopf-Rennen gegen den Republikaner Richard Nixon. Er zog sich dann von der Politik zurück und starb 1978 im Alter von 66 Jahren an einem Blasenkarzinom.
 
Botschaft am Ende

Im Bewusstsein der Bevölkerung sind bestimmte Krebserkrankungen auch heutzutage noch weitgehend ausgeblendet. Gerade beim Blasenkarzinom ist das gefährlich, weil dieser Tumor durch eine gute Früherkennung bei Risikogruppen wie starken Rauchern gut zu heilen wäre. Denn ein Frühsymptom ist oft, dass sich im Urin Blut findet.

Deshalb sollte man den Drang der „Klatschpresse“, an welcher Erkrankung ein Prominenter gestorben ist, nicht nur verurteilen. Denn wenn sich berühmte Persönlichkeiten zu ihrer Erkrankung bekennen, führt dies auch zu einer gesteigerten Aufmerksamkeit gegenüber der Erkrankung und einer erhöhten Rate an Früherkennungen. In einigen Fällen führt es sogar zur Gründung einer Stiftung, die bei der Erforschung oder Bekämpfung einer Erkrankung sehr segensreich sein kann. Ein bekanntes Beispiel ist die Felix-Burda-Stiftung zur Darmkrebsvorsorge.

No Comments

Post A Comment